Well, well, well… Es ist jetzt über 7 Jahre her, VBT 2018, Vorrunde 2. Ich als aufstrebender Battlerapper mit meinen ersten Gehversuchen, gegen einen jungen Mann aus derselben Stadt wie ich. Die Jury hat damals 3:3 gegeben und der Uservote hat zu meinen Ungunsten entschieden, weil mein Gegner auf dem Kanal von Mr. Deathline hochgeladen wurde. Und nun begegne ich diesem Rapper wieder, in der Juryposition. How the turns tabled…
Nein Spaß, ich bin natürlich nicht mehr butthurt wegen eines Battles von vor 7 Jahren, zumal Happy das damals verdient gewonnen hat, aber selbst, wenn ich das wäre, könnte ich mir hier keine Fake Begründungen aus dem Arsch ziehen, die ein falsches Ergebnis scheinrechtfertigen könnten, denn dieses Battle ist sehr eindeutig.
Video:
Das Video von FETZEN besteht aus random aneinandergecuttete Bildern und Aufnahmen von einem Convention Besuch des Gegners I guess… auf jeden Fall entsteht absolut kein Schauwert oder sonst irgendein Mehrwert durch das Video. Schade, der kann das eigentlich besser, es gibt sehr ästhetische Videos von Happy aka FETZEN, aber dieses zählt nicht dazu. Ich gebe 0 von 5 Punkten.
Audio:
FETZEN hat das Thema Audio schon vor Jahren auf ein hohes Level getrieben und das zeigt er hier auch wieder. Gutes Mixing, sehr cooler Stimmeinsatz, alles ist immer melodisch. Das Einzige, was mich hier davon abhält die volle Punktezahl zu geben, ist, dass die Patterns trotz allem immer ein wenig vorhersehbar sind. Er variiert, aber man weiß trotzdem schon immer wie eine Passage aufhören wird. Ist jetzt Nörgeln auf höchstem Niveau, aber ich muss hier nicht großzügig sein, um zum richtigen Ergebnis zu kommen, daher gebe ich ihm den einen letzten Audiopunkt zu verdienen als Ansporn für die nächsten Runden mit. Aber ich höre mir seinen Rap grundsätzlich sehr gerne an und das trifft auch in dieser Runde zu. Ich gebe 6 von 7 Punkten.
Text:
Nennenswert bei FETZEN: „Kenn i ned“, also das österreichische „kenn ich“ sprich „kenn i“ auf Kenny zu spitten war lustig, that one hit home. Und das wars, der Rest ist nicht gut, aber auch nicht schlecht. Reicht aber für einen Punkt.
Delivery:
FETZEN bringt alles gut rüber, aber legt den Fokus mehr auf Musikalität als auf Delivery, es steht nicht im Vordergrund die Punches in den Mittelpunkt zu rücken, sondern in erster Linie soll alles gut klingen. Und das funktioniert auch, aber daher kann ich ihm nicht die volle Punktzahl geben. Ich gebe 2 von 3 Punkten.
Fazit:
Damit kommt FETZEN mit quasi keinem Video und quasi keinen Punchlines zu 0 weiter. Propz an Kenny für verdiente 0 Punkte insgesamt. FETZEN ist ein richtig cooler Musiker und das hat er hier mal wieder gezeigt. In den kommenden Runden bitte ein bisschen mehr Mühe, aber auch verständlich, dass das in VR1 gegen DEN Gegner nicht der Anspruch war. Ich freue mich auf jeden Fall auf mehr FETZEN Runden und ich freu mich fast noch mehr darauf, keine KonettoKenny Runden mehr sehen zu müssen, der Typ ist fetzendeppad, wie wir so schön sagen.
9:0 an FETZEN.